(Greifswald) In der Hansestadt Greifswald eröffnet in Kürze eine neue Ausstellung: Welche Persönlichkeiten fallen ihnen spontan ein, wenn Sie an Mecklenburg-Vorpommern denken? Uwe Johnson, Ernst Barlach oder Otto Lilienthal? Die Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern hat sich mit ihrer Ausstellung „Frauen, die Mecklenburg-Vorpommern bewegen“ vorgenommen, dieser Erinnerung eine weitere hinzuzufügen. Am Dienstag, 3. April 2012 um 17.00 Uhr eröffnet die Stiftung gemeinsam mit dem Greifswalder Falladahaus und der Familien- und Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Ines Gömer, die Präsentation 18 umfangreich recherchierten Biografien bedeutender Frauen aus dem Nordosten unserer Republik. Die Ausstellungseröffnung findet im Falladahaus Greifswald, in der Steinstraße 59, statt. Exemplarisch für alle porträtierten Frauen wird die Rostocker Kulturreferentin Viola Harder einige genauer vorstellen. Unter anderem Rosemarie Poldrack, die als besonderer Gast erwartet wird. In den 1990er Jahren war sie Mitglied im Kernenergiebeirat und ist aktive Kämpferin gegen die Atomkraft.
Die Ausstellung rückt Frauen aus dem 19. bis 21. Jahrhundert ins Licht der Öffentlichkeit, die mit ihren Lebensläufen, ihren Visionen und ihrem Wirken Mecklenburg-Vorpommern bewegen. Darunter finden sich Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen, Künstlerinnen, eine Autorin und Sportlerin. Beispielsweise die Ärztin Franziska Tiburtius, die als erste Frau ihre eigene Praxis und später sogar eine Klinik eröffnen konnte. Oder Auguste Sprengel, eine Lehrerin aus Waren, die sich im 19. Jahrhundert für die Bildung von Frauen einsetzte. Heute gilt sie wegen ihres Engagements als „die Mutter der Frauenschulbewegung“. Als „die Mutter der Rostocker Demokratie“ wird Dietlind Glüer bezeichnet. 1989 begründete sie das Neue Forum in der Hansestadt mit. Die auf Usedom geborene Carola Stern wiederum ist Mitbegründerin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in Deutschland. Und zu den Frauen, die oft im Schatten „berühmter Männer“ standen, gehört Marga Böhmer, die langjährige Wegbegleiterin Ernst Barlachs. Ihrer selbstlosen Unterstützung, bei der ihre eigene bildhauerische Arbeit in den Hintergrund trat, ist die Existenz der Gedenkstätte für den bedeutenden Bildhauer zu verdanken. Von solchen außergewöhnlichen, engagierten und wohl fortschrittlichen Frauen erzählt die Ausstellung, die noch von der ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung, Frau Dr. Margret Seemann, unterstützt wurde. Interessierte sind herzlich zur Ausstellung nach Greifswald eingeladen.
Text: Heinrich Böll-Stiftung M-V
Datum: 29.03.2012
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